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Product Carbon Footprint

Definition, Ziele, Methodik & Normen

Product Carbon Footprint – Definition

Der Product Carbon Footprint (PCF) ist die etablierteste Methode zur Ermittlung der Klimawirkung eines Produkts. Während des gesamten Lebenszyklus eines Produkts - von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling oder der Entsorgung - entstehen klimarelevante Auswirkungen in Form von Treibhausgasemissionen. Der Product Carbon Footprint hilft, diese Auswirkungen zu identifizieren, zu analysieren und mit den richtigen Maßnahmen zu reduzieren oder (im Idealfall) ganz zu vermeiden.

Neben dem produktbezogenen Carbon Footprint gibt es noch den Corporate Carbon Footprint (CCF), der die Auswirkungen des Unternehmens berücksichtigt. Für die Ermittlung des PCF und CCF gibt es Standards und Normen, die ständig weiterentwickelt werden.

Die globalen Klimaziele bis 2050 zielen auf eine dekarbonisierte Welt ab, weshalb alle Produkte und Dienstleistungen hinsichtlich ihrer Klimawirkung bewertet werden müssen. Dadurch gewinnt der PCF zunehmend an Bedeutung.

Bei der Berechnung des Carbon Footprints wird zudem zwischen direkten und indirekten Emissionen (Scope 1-3) unterschieden: Scope 1 betrachtet alle Emissionen, die direkt durch das Unternehmen verursacht werden (Verbrennung fossiler Brennstoffe, Emissionen aus chemischen und physikalischen Prozessen etc.)

Scope 2 analysiert die indirekten Emissionen, die durch externe Anbieter von Strom, Wärme, Kälte oder Dampf entstehen. Alle anderen indirekten Emissionen, die entweder in der vorgelagerten Lieferkette oder bei der Produktnutzung entstehen, werden durch Scope 3 abgedeckt (z. B. der Einkauf von Produkten).

PCF – Mehr als CO2


Beim CO2-Fußabdruck geht es nicht nur - wie der Name vermuten lässt - um Kohlenstoffdioxid-Emissionen, sondern auch um andere Treibhausgase.

Die Klimawirkung der verschiedenen Treibhausgase wird in CO2-Äquivalenten ausgedrückt, da die Gase unterschiedliche Erderwärmungspotenziale haben.

 

  •     Methan (CH4)
     
  •     Lachgas (N2O)
     
  •     Fluorkohlenwasserstoffe (HFCs)
     
  •     Perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFCs)
     
  •     Schwefelhexaflourid (SF6)
     
  •     Stickstofftrifluorid (NF3)
Product Carbon Footprint Definition

Ziele des Product Carbon Footprint


  • Reduktion der Treibhausgasemissionen und Erreichen der Klimaziele
     
  • Analyse der klimarelevanten Hotspots eines Produktionssystems
     
  • Erhöhung der Transparenz in der Industrie
     
  • Entwicklung international verbindlicher, harmonisierter Standards und Richtlinien

Vorteile für Unternehmen


  • Starten Sie ein faktenbasiertes Nachhaltigkeitsmanagement durch eine sorgfältige Analyse des aktuellen Stands der Technik
     
  • Unbekannte Einsparpotenziale von Treibhausgasemissionen identifizieren und reduzieren
     
  • Kundenbedürfnisse bedienen, da PCFs zunehmend nachgefragt werden

 

CO2 Fußabdruck – Normen


Um die CO2-Bilanz von Produkten zu ermitteln, wurden verschiedene Standards entwickelt. Die bekanntesten Standards zur Berechnung eines Carbon Footprints sind folgende:
 

  • PAS 2050: Publicly Available Specification (PAS)
    Erstmals 2008 vom British Standards Institute veröffentlicht und 2011 überarbeitet, um eine international einheitliche Methode zur Quantifizierung der CO2-Bilanz von Produkten und Dienstleistungen bereitzustellen
     
  • GHG-Protokoll: Product Life Cycle Accounting and Reporting Standard
    Basiert auf der ersten PAS 2050-Methode, veröffentlicht 2011, enthält Anforderungen zur Quantifizierung der Treibhausgasinventare von Produkten und zur öffentlichen Berichterstattung
     
  • ISO 14067
    Gängigster Standard für PCF, an dem konsequent gearbeitet wird, definiert die Bilanzgrenzen, in denen allein der Klimawandel als Wirkungskategorie berücksichtigt wird, ist weitgehend auf alle Produkte anwendbar und soll eine transparente Kommunikation der Ergebnisse fördern

Unterschiede zwischen den Normen


Diese 3 Methoden erreichen bereits einen relativen Konsens bei Regeln für Branchen oder Produkte, Recycling und verzögerte Emissionen. Aber es gibt auch signifikante Unterschiede in den Standards, die zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks verwendet werden. Hier sind ein paar Beispiele:
 

  • Die britische PAS berücksichtigt z.B. folgende Punkte nicht: Investitionsgüter, menschlicher Energieeinsatz in Prozessen, Transport des Verbrauchers zum und vom Verkaufsort und Pendeln der Mitarbeiter.
     
  • Bei der PAS ist es möglich, 5% der Gesamtemissionen zu vernachlässigen, sofern diese Emissionen jeweils 1% der Gesamtwirkungen nicht überschreiten.
     
  • Bei den Treibhausgasen müssen nur die 6 Stoffe des Kyoto-Protokolls in der Ökobilanz aufgeführt werden. Die Auflistung weiterer produktrelevanter Stoffe wird empfohlen, ist aber nicht verpflichtend.

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