Was ist Stoffstrommanagement?

Definition, Ziele & Methodik

Das Energie- und Stoffstrommanagement (abgekürzt ESSM) betrachtet Stoff- und Energieströme und sammelt Informationen hinsichtlich ihres Einflusses auf unsere Umwelt und Wirtschaft.

Nachhaltigkeitsmanagement Carbon Footprint

Stoffstrommanagement - einfach erklärt:

Stoffstrommanagement kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Auf nationaler Ebene steht eher das Schaffen von nachhaltigen Kreisläufen im Fokus, während im betrieblichen Stoffstrommanagement die Betrachtung der Energie- und Materialströme zur Optimierung innerhalb eines Produktionssystems beitragen soll.

In der Literatur wird Stoffstrommanagement nach zwei Kriterien unterschieden. Die Motivation der Durchführung oder aber die Systemgrenzen, die betrachtet werden. Ersteres wird in ökonomisch/industrielles und ökologisch motivertes Stoffstrommanagement aufgegeteilt.

Häufigste Anwendung & Ziele

Nationales & regionales Stoffstrommanagement

Nationales & regionales Stoffstrommanagement

  • Schaffen von nachhaltigen Kreisläufen
  • Umweltschutz und Materialeffizienz auf Länderebene
  • Steigerung der regionalen Wertschöpfung
  • Förderung neuer Technologien und Projekte zur Reduktion von Umweltbelastung

➠ Vorwiegend ökologisch motiviertes ESSM!

Betriebliches Stoffstrommanagement

Betriebliches Stoffstrommanagement

  • Optimierung der Produktionsprozesse
  • Steigerung der Energie- und Materialeffizienz
  • Senkung der betrieblichen Kosten
  • Vermeiden und Verringern von Emissionen und Abfällen

 
➠ Trotz ökologischer Relevanz, vorwiegend ökonomisch motiviertes ESSM!

    Unterschiede in der Betrachtung

    • Räumlich-stofflich
      Das räumlich-stoffliche Stoffstrommanagement beschäftigt sich mit Stoffsysteme auf globaler, nationaler Ebene, z.B. mit dem globalen CO2-Haushalt. Zur Umsetzung dieser Betrachtung wären jedoch konkretere umweltpolitischer Vorgaben notwendig, sowie eine engere Verzahnung von Staat, Wirtschaft und NGOs.
    • Überbetrieblich-akteursbezogen ➠ regionales ESSM
      Hier geht die Initiative von wirtschaftlichen Akteuren aus, z.B. von Kommunen, regionalen Wirtschaftsförderungen oder Verbänden. Bspw. werden bestimmte Stoffströme verschiedener Unternehmen in einer Region oder von Unternehmen entlang einer Wertschöpfungskette betrachtet. Es entstehen immer mehr Netzwerke dieser Art, da es ein sehr vielversprechender Ansatz ist.

    • Betrieblich-prozessbezogen:
      Die input- und outputseitige Bilanzierung und Optimierung der ökologisch relevanten Stoff- und Energieströme eines Einzelprozesses, Prozessverbundes bzw. eines gesamten Unternehmens definiert. Innerbetriebliches Stoffstrommanagement kann somit auch als prozessbezogen bezeichnet werden, da der Fokus auf der Analyse und Optimierung der Produktionsstrukturen liegt
    • Produktorientiert ➠ Produktökobilanz
      Das produktorientierte Stoffstrommanagement umfasst die ökologische Analyse und Optimierung eines Produktes. Es ist auch bekannt als Ökobilanz und im Englischen als Life Cycle Assesment (LCA) da es den gesamten Lebensweg von der Wiege bis zur Bahre bezüglich Umweltauswirkungen erfasst.

    Notwendigkeit von Stoffstrommanagement

    Durch die Verknappung der natürlichen Rohstoffe und steigende Materialkosten, gewinnt Stoffstrommangement immer mehr an Bedeutung. Daher sind Unternehmen immer mehr an steigender Ressourceneffizienz interessiert. Bisherige Kostensenkungsmaßnahmen optimierten nicht den nachhaltigen Umgang mit nicht erneuerbaren Rohstoffen und deren Stoffströmen. Gerade beim Sparen von Energie, bei einer umweltfreundlichen Abfallwirtschaft und der Entsorgung der benutzten Stoffe gibt es viel Verbesserungspotenzial.

    Im konkret ökologisch motivierten Energie- und Stoffstrommanagement liegt das Augenmerk daher auf dem Umweltschutz. Dabei steht oft die Abfallwirtschaft, die Wasserwirtschaft, der Bodenschutz, der gesamt Bereich der Entsorgung, sowie der vermeidbare Energieeinsatz im Vordergrund. Es wird eine sogenannte „Cleaner Production“ angestrebt, um unsere Umwelt zu schonen.


    Notwendigkeit von Stoffstrommanagement

    Was ist eine Stoffstromanalyse?

    Unternehmen arbeiten im Rahmen des Stoffstrommanagements auch mit dem Instrument der Stoffstromanalyse, auch Stoffflussanalyse oder MFA (Material Flow Analysis) genannt. Die Stoffstrom- bzw. Stoffflussanalysen haben das Ziel, alle Ströme bzw. Flüsse im Unternehmen abzubilden, zu analysieren und zu bewerten. Vordergründig sind hierbei die Energie- und Materialströme und ihre Wirkungen auf die Umwelt. Der Ursprung der Stoffstromanalyse ist in der Abfallwirtschaft zu finden, da es aufgrund des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ab 1996 notwendig wurde, Kreisläufe zu schließen und das Abfälle zu reduzieren. Aufgrund der Vielfalt von komplexen Fragen und Anwendungsmöglichkeiten von Stoffstromanalysen kommen häufig entsprechende Software-Tools zum Einsatz.

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    Beratungsteam der ifu Hamburg GmbH

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